HISTORIE

Am 11.11.1960 setzten sich die Bitzenhofener Bürger im Zunftlokal Zweifel zusammen, um über die Weiterführung des Fasnetsbrauchtums im Ort zu beraten. Bei diesem Narrentreff wurde die „NARRENZUNFT BITZENHOFEN“ gegründet. Initiator Georg Brugger konnte bei dieser harmonisch verlaufenen Gründungsversammlung auf Bürgermeister Xaver Kreuzer und einige Sympathisanten aus Neuhaus zu seinen Gästen zählen.

 

Man war sich sehr schnell einig, Fasnetsbrauchtum vereinsgesteuert in Bitzenhofen weiterleben zu lassen und konnte auch sogleich die erste Vorstandschaft per Handzeichen wählen. 1. Vorstand Georg Brugger 2. Vorstand Edmund Dorner sen. Schriftführer Karl Schlegel sen. Kassier Gebhard Egger Requisitenmeisterin Else Egger. Der Mitgliederbeitrag wurde auf 5,– DM festgelegt. Eine Vereinssatzung wurde in der ersten Vorstandssitzung bei Herbert Sauter aufgestellt und alsbald verbindlich akzeptiert. Mit dem Schlachtruf „ Bitz aho“ begann die erste Fasnetsaison. Um gleich im ersten Jahr mit einem Traditionskostüm aufwarten zu können, liefen im Haus Georg Haag die Räder heiß. Man erinnerte sich an die Sage einer Eulenplage im Gewann „Burgstall“ in Bitzenhofen und wählte die Eule als Figur zur Laufmaske der Zunft. Frau Käthe Haag hatte alle Hände voll zu tun, um die Idee in ein vorzeigbares Kostüm umzuwandeln und das gleich in vierfacher Stückzahl. Als Gehilfen standen ihr Anna Schlegel, Klara Gimmel, Hildegard Käsemodel und Frau Josefine Brugger zur Seite.

 

Als erste Vereinsveranstaltung ist der Eröffnungsball am 31.01.1961 im historischen „Schwarzen Adler“ in Neuhaus zu nennen. Es spielte die Teuringer Bauernkapelle. Der erste Narrenbaum des Vereins, gestiftet von Otto Hoher sen., wurde am 09.02.1961 in der Wiese vor dem Zunftlokal Zweifel aufgestellt. Es war ein Fest für die Kinder, denn es gab kostenlos Wurst und Wecken und am Narrenbaumring hingen viele Süßigkeiten, die erklettert werden mussten. Dieser Brauch wird bis heute fortgeführt. Bei der Generalversammlung am 11.11.1961 ging das Amt des 1. Vorstandes von Georg Brugger auf Georg Haag über.

 

Auch der Name des Vereins wurde in Narrenzunft „Bitzenhofen Neuhaus“ umgewandelt, weil sehr viele Gönner und Akteure in Neuhaus beheimatet waren. Des Weiteren wurde beschlossen, eine weitere Maskengruppe, die Burgstallweiblein zu schaffen. So ging es dann mit viel Schwung in die nächste Saison, für die Franz Metzger eigens einen Bitzenhofener Narrenmarsch komponiert hatte. Nach einigen Vorbereitungen ging es in die Fasnet 1963. Der kalte Winter mit Seegfrörne machte auch den Narren zu schaffen. Nur mit einer Holzspendeaktion konnte bei 18 Grad minus der „Schwarze Adler“ in Neuhaus geheizt werden. Trotz eisiger Kälte konnte eine gelungene Fasnet durchgeführt werden. Bei der Mitgliederversammlung am 16.12.1966 wurde Heinz Götzmann zum 1.Zunftmeister gewählt. Im Panoramarestaurant des Ferienzentrums wurde am 20.01.1967 die Saison mit einem zünftigen Ball eröffnet. Mit von der Partie waren die Bänkelsänger Heinz Götzmann, Valentin Metzler, Josef Dorner und Edmund Hettrich. Auch Alfred Haug konnte mit einer Büttenrede das Publikum zum Lachen bringen, wo Bürgermeister Xaver Kreuzer, genannt „Golo“, des Öfteren darin vorkam. Die Fasnetsaison 1970 stand vor der Tür und es hieß Abschied nehmen vom „Alten Postsaal“. Der letzte Bürgerball in diesem alten Gemäuer fand am Rosenmontag statt. Gleich im Anschluss an diese Fasnet fand am 21.04.1972 im Zunftlokal Zweifel die ordentliche Mitgliederversammlung statt. Heinz Götzmann, der die Zunft aus einer schwierigen Zeit geführt hatte, stellte sein Amt als 1.Zunftmeister zur Verfügung. Als Nachfolger wurde Edmund Dorner jun. gewählt, der schon längere Zeit das Amt des 2.Zunftmeisters Inne hatte. Pünktlich zum Fasnetsbeginn 1973 war die Vorstandschaft mit einheitlichen grünen Jacken und neuen Krawatten eingekleidet worden, um bei den zwischenzeitlich vielen Veranstaltungen außerhalb von Bitzenhofen ein geschlossenes Bild abzugeben. Die Fasnetsveranstaltungen verlagerten sich zum Teil nach Oberteuringen, da viele Mitglieder nun aus dem gesamten Gemeindegebiet stammten und im neuerbauten Gasthaus „Neue Post“ sich die ideale Gelegenheit für Fasnetsveranstaltungen bot. Aus diesen Gründen heraus beschloss man am 31.03.1974 den Namen des Vereins in Narrenzunft „Bitzenhofen-Oberteuringen“ zu ändern. Am 05.04.1975 wurde eine Alteisensammlung in der Gemeinde durchgeführt, um die Vereinskasse aufzubessern.

 

Am 01.05.1975 traf man sich erstmals zu einer Maiwanderung. Beide Veranstaltungen sind seither alljährlich im Veranstaltungskalender der Zunft zu finden und auch nicht mehr wegzudenken. 1976 entschloss man sich einen Eulenrat zu bilden. Dieser hatte die Aufgabe, die Interessen der Maskenträger bei der Vorstandschaft zu vertreten. Das Gremium wurde dann unter der Leitung von Gebhard Geiger gegründet. Am 05.09.1976 wurde der erste Vereinsausflug durchgeführt. Mit zwei Bussen ging es über Oberstaufen auf die Alpe Egg. Der Rückweg führte über Balderschwang und Fluh wieder nach Hause. Ein besonderer Tag war jedoch der 20.10.1977 in Immenstaad. Die Narrenzunft „Bitzenhofen-Oberteuringen“ wurde auf Antrag und nach Vorstellung der Eulenmaske in den Alemannischen Narrenring aufgenommen. Als Patenvereine standen die Narrenzünfte Ailingen und Lottenweiler den Bitzenhofener zur Seite.

 

Bei der Generalversammlung am 01.04.1978 wurde der Entschluss gefasst, eine neue Maskengruppe zu gründen. Der „Teuringer Rambour“ wurde geboren. Beim Herbstkonvent des Alemannischen Narrenrings am 28.10.1978 in Weißenau konnten bereits 5 neue Rambourmasken vorgestellt werden. Die Erinnerung an die einst so begehrte heimische Apfelsorte „Teuringer Rambour“ sollte wachgerufen und erhalten werden. Auch in der Fasnet 1980 ist eine Gegebenheit herauszuheben. Mit der Narrenzunft Hefigkofen gestaltete man das Narrensymbol, das seither alljährlich beim Schul- und Rathaussturm am bromigen Freitag gestellt wird. Bei der Generalversammlung am 27.03.1981 gab die gesamte Vorstandschaft ihre Posten ab. Werner Haag wurde als neuer 1.Zunftmeister gewählt. Gebhard Geiger wurde sein Stellvertreter. Günter Rueß ließ sich zum Schatzmeister, sowie Werner Sommerfeld zum Zunftschreiber wählen. Im Jahr 1982 wurde das dringend benötigte Requisitenheim in die Tat umgesetzt. Im Hof Keller in Bitzenhofen ist es bis heute beheimatet. 1983 wurden in der Sommerpause für die Vorstandschaft und das Komitee neue Kostüme entworfen. Diese Tracht sollen noble Bauern in unserer Gegend um das 15. Jahrhundert getragen haben. Am 11.11.83 wurde sie den Zunftmitgliedern erstmals vorgestellt. Als außergewöhnlicher Arbeitseinsatz fand unter der Leitung von Robert Eppler und Lothar Dorner der Ausbau unserer Zunftstube statt.

 

Am 11.11.1986 konnte unsere Zunftstube dann eingeweiht werden. Eine Besonderheit in der Fasnet 1989 war dann der erste Umzug am 15.01.1989 bei den „Hugeloh´s“ in Markdorf. Erstmals begleitete uns die Lumpenkapelle Taldorf, die bis heute unsere Fasnet zweifellos bereichert hat. Der viele Jahre bestehende Maskenrat wurde am 30.03.1990 aufgelöst. Ersetzt wurde er ab diesem Zeitpunkt bis heute durch das Komiteé, welches mit fünf Mitgliedern die Vorstandschaft der Zunft tatkräftig unterstützt.

 

Am 18.01.1991 fand eine Sondersitzung des Alemannischen Narrenrings mit allen Zunftvorständen statt. Hier wurde einstimmig beschlossen, dass die kommende Fasnet aufgrund des Golfkrieges abgesagt wurde. Das einen Tag später eigentlich stattfindende Narrenbaumsetzen in Bitzenhofen konnte somit nicht stattfinden. Einige Zunftmitglieder ließen es sich an diesem Tag aber nicht nehmen und stellten auf dem Stammtisch im Zunftlokal Zweifel einen kleinen schönen Narrenbaum.

 

Am 02.04.1993 war wieder Generalversammlung. Franz Keller wurde als 1.Zunftmeister, Robert Eppler als 2. Zunftmeister sowie Benedikt Amann als Schatzmeister neu gewählt. In der Generalversammlung vom 19.04.1996 standen wieder Neuwahlen auf dem Programm. Egon Adebahr wurde zum 2.Zunftmeister sowie Reinhard Friedel zum Zunftschreiber gewählt. Als neuer Programmpunkt im Veranstaltungskalender unserer Zunft wurde in diesem Jahr die Motorradausfahrt aufgenommen. Vom 05.-07.07.1996 fuhren 22 Zunftmitglieder nach Lana in Südtirol.

 

Am 21.08.1997 veranstaltete unsere Zunft erstmals einen eigenen Programmpunkt bei den Teuringer Ferienspielen. Der Bauernhof von Familie Kramer in Neuhaus wurde für einen Tag für die Kinder geöffnet, wo ihnen alles rund um den Hof gezeigt wurde. Unser langjähriger und beliebter Pfarrer Odilo Jutz wurde am 26.10.1997 in den Ruhestand verabschiedet. Er war viele Jahre in unserer Fasnet aktiv, insbesondere mehrfach als Büttenredner beim Bürgerball und mit einer alljährlich tollen und kurzweiligen Narrenmesse. In diesem Jahr feierte unsere Zunft ihr 40-jähriges Jubiläum. Am 13.02.2000 fand zunächst im Hotel Am Obstgarten der Zunftmeisterempfang statt mit anschließendem Umzug durch Bitzenhofen. Das ANR-Freundschaftstreffen war dann im Hof der Spedition Vöhringer. Einziger Wehrmutstropfen an diesem schönen Tag war das schlechte Wetter, da es den ganzen Tag regnete und das Festzelt unter Wasser setzte. Ein ganz besonderer Umzug war am 18.02.2001. In diesem Jahr nahm die Narrenzunft erstmals am Narrensprung in Rohrschach teil. Zunächst ging es mit dem Bus nach Friedrichshafen und danach mit dem eigens gecharterten Schiff in die Schweiz. Für alle ein toller und unvergesslicher Tag, welcher in der Form in den folgenden Jahren immer wieder mal wiederholt wurde.

 

Am Samstag, den 09.03.2002 wurde das neu errichtetes Requisitenhaus aufgerichtet. Insbesondere war hierbei Gebhard Gührer zu danken, der den gesamten Tag unentgeltlich gearbeitet hatte und die Leitung der ganzen Arbeit innehatte. An der Generalversammlung vom 09.01.2004 gab Lothar Dorner sein Büttelamt an Daniel Amann ab. Viele Jahre trat er alljährlich bei den Fasnetsbällen der Zunft in die Bütt, um über Neuigkeiten und Missgeschicke im Dorf zu berichten. Franz Keller trat am 06.01.2005 als 1. Zunftmeister zurück und übergab sein Amt an Markus Zimmermann. Zwölf Jahre leitete er die Zunft und war dadurch maßgeblich für die Weiterentwicklung der Bitzenhofer und Alemannischen Fasnet verantwortlich. Fasnetsamstag, 25.02.2006, fand der letzte Fasnetsball unserer Zunft in der Post statt. Über Jahrzehnte hinweg waren wir teilweise bis zu dreimal im Jahr vor Ort, um für Oberteuringen eine tolle Dorffasnet auszurichten. „Ball im Stall“ sollte ab sofort ein Begriff der Narrenzunft sein. Als Nachfolge von den Zunftbällen in der Post veranstalteten wir am 17.02.2007 erstmals bei Familie Kramer Neuhaus im ehemaligen Stall einen Fasnetsball. Das alljährlich stattfindende Bütteltreffen organisierte am 17.10.2009 unser Büttel Daniel Amann in Bitzenhofen. Zunftmeister Markus Zimmermann konnte rund 60 Büttel mit Anhang im Zunftlokal Zweifel begrüßen, welche dann zusammen einen geselligen Abend verbrachten.

 

24.01.2010, die Narrenzunft feierte an dem Wochenende ihr 50-jähriges Jubiläum. Am Freitagabend mit Jubiläumsabend in der Mühle, wo Moderator Rudi Hämmerle gekonnt durchs Programm führte. Am Samstagmorgen fand dann der Zunftmeisterempfang zum nachmittäglichen Jubiläumsumzug durch Oberteuringen statt. 37 befreundet Zünfte sprangen durch unser Dorf und machten dann auch im Anschluss in den vielen Zelten, Ständen und in der Post unser Jubiläum zu einem unvergesslichen Wochenende. In den vergangenen Wochen durften wir mit Zustimmung der Gemeinde unseren neuen Brunnenplatz gestalten. Hier fanden unserer Brunnen und die Holzeule, beides Geschenke der Lumpenkapelle Taldorf ihren Platz.

 

Am 02.10.2011 konnten wir den Platz mit einem großen Oktoberfest gebührend einweihen, welches morgens mit einem Frühschoppen begann, nachmittags von den ehemaligen Musikanten (EMU´s) umrahmt wurde und abends mit Party-DJ Wolfi endete. In den vergangenen Jahren wurde das Narrenbaumsetzen in Taldorf immer größer, so dass sich unsere Lumpenkapelle in diesem Jahr dazu entschied, nur ein kleines inoffizielles Narrenbaumsetzen zu veranstalten. Die Narrenzunft Bitzenhofen war eingeladen und zog am 12.01.2013 verkleidet ohne Zunfthäs durch Taldorf und hatten auch im kleinen Rahmen einen tollen Tag. Der Alemannische Narrenring hatte am 09.02.2014 zum Ringtreffen nach Weingarten eingeladen. Am Vortag waren bereits unsere Jungeulen und –rambouren beim Kinderumzug. Am Sonntag fand der große Narrensprung durch die Welfenstadt statt. Mit dabei auch das SWR-Fernsehen mit Liveübertragung und Moderatorin Sonja Faber-Schrecklein. Die wurde von unseren beiden Zunftmeistern auch gleich in Beschlag genommen und es gelang ihnen, den großen Umzug für rund drei Minuten zum Stillstand zu bringen. Eine Besonderheit hatten wir in diesem Jahr parat. Am 16.01.2015 ging es auf Überraschungsfahrt, bei der das Ziel erst am Abend bekannt gegeben wurde. Viele wussten bis dahin tatsächlich nicht, dass wir zum Lumpenkapellentreffen in die Brauerei nach Bad Schussenried fuhren. Hier hatten wir alle einen schönen Abend, sei es im Stadel oder in der Brauereigaststätte. Überall spielte Musik und die Stimmung war blendend.